Suizid

Depressionen gehören zu den Krankheiten mit dem höchsten Todesrisiko. Und das nicht wegen der körperlichen Symptome, sondern wegen des extrem hohen Selbstmordrisikos. Es gibt Studien, die besagen, dass mehr Menschen an Depressionen sterben als an Krebs.

Wenn Sie ein Angehöriger sind, sagen wir Ihnen in dem folgendem Beitrag, wie Sie mit dem Suizidgefährdeten umgehen können und was die Warnzeichen für einen Suizid sind. Tragen Sie sich selbst mit dem Gedanken an Selbstmord, wollen wir Ihnen zeigen, wo Sie Hilfe bekommen können. Die meisten Menschen haben ziemlich irrige Vorstellungen über den Selbstmord. Wir wollen in diesem Artikel einige davon besprechen und mit vielen falschen Mythen aufräumen.

Wer über seinen Suizid spricht, macht es sowieso nicht – dies ist so ziemlich der größte Unsinn, den ich je gehört habe. Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn das Herz voll ist, des geht der Mund über“. Genau so ist es bei Leuten, die sich mit Selbstmordgedanken plagen. Man kann sagen, dass es so ist, dass Menschen die über einen Suizid sprechen, diesen auch mit einem hohen Prozentsatz durchführen. Besonders bei Depressionen kann der Leidensdruck immens hoch sein. Und warum sollte jemand einfach über einen Selbstmord sprechen, wenn er sich nicht ernsthaft mit dem Gedanken daran beschäftigen würde.

Sollten Sie jemals Äußerungen hören wie: „Es hat ja doch alles keinen Sinn mehr“ oder „Ich stelle mich vor einen Zug“, sollten bei Ihnen alle Alarmlampen aufleuchten. Solche Äußerungen sind an Brisanz kaum zu überbieten. Das Beste ist, dem Betroffenen anzubieten, sich Hilfe zu holen. Es kann wichtig werden, ihm Schützenhilfe zu geben und ihn gegebenenfalls zu diesem Termin zu begleiten. Eine Liste mit Kriseninterventionseinrichtungen finden Sie unter: http://www.depressionen-abc.com/taxonomy/term/18

Eine weitere irrige Meinung, die sehr verbreitet ist, lautet: „Wer mit Suizidgefährdeten über Selbstmord redet, bringt diesen erst auf die Idee, es zu tun.“ Dieser Satz gehört ebenfalls ins Reich der Mythen um den Selbstmord.

Viele Depressive, die sich mit Selbstmordgedanken herumtragen, warten zum großen Teil sehnsüchtig darauf, dass jemand das Thema mal anspricht oder auf entsprechende Äußerungen adäquat reagiert. Man muss dazu auch nicht Psychologie studiert haben. Ein einfaches: „Was ist denn los mit Dir?“ reicht oft schon aus, um bei dem Betroffenen einen wahren Dammbruch auszulösen. Machen Sie sich die Mühe, mit dem Betroffenen ernsthaft über seine Sorgen zu reden, denn oft hat ihnen schon lange keiner mehr zugehört. Machen Sie sich, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, auch die Mühe ernsthaft Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ein einfaches: „Wird schon wieder werden“ im Sinne von „Was geht mich das an“ ist es nicht gewesen und reicht bei weitem nicht aus. Falls Sie sich überfordert fühlen, nehmen Sie gemeinsam mit dem Betroffenen Kontakt zu einer Kriseninterventionseinrichtung auf. Wenn Jemand davon spricht, sich das Leben zu nehmen, soll man ihn auffordern, es doch zu tun. Mein Rat, tun Sie es nicht!!! Eine solche Äußerung ist an Herzlosigkeit kaum zu überbieten und kann ungeahnte Folgen haben. Jemanden, der so verzweifelt ist, dass er sich das Leben nehmen möchte auch noch dazu aufzufordern…

In den meisten Fällen wollen Suizidgefährdete eigentlich nicht sterben, sondern suchen einfach nach Auswegen aus ihrer scheinbar ausweglosen Situation. Das Leben ist einfach so schwer und unerträglich geworden, dass sogar der Tod angenehmer erscheint.

Versuchen Sie das mal selbst nachzuvollziehen, indem Sie sich an die Stelle des Betroffenen versetzen. Der Tod, vor dem jeder Angst hat, ist eine vollgültige Alternative zum Leben geworden. Jetzt versuchen Sie sich mal vorzustellen, wie es in einem solchen Menschen aussehen muss. In ihm sind die sieben Höllen entfesselt. Ihn zu einem Suizid aufzufordern, könnte Folgen von ungeahnter Tragweite nach sich ziehen.

Sie wollen sich das Leben nehmen und suchen Hilfe?

Ihr Leiden hat eine Intensität angenommen, die Sie nicht mehr ertragen können? Bevor Sie sich zu diesem letzten Schritt entschließen, stellen Sie sich bitte noch eine Frage. Wollen Sie wirklich sterben oder würde es Ihnen helfen, wenn sich die belastenden Umstände in Ihrem Leben ändern? Ich denke, Sie werden sich für die letztere Möglichkeit entscheiden.

Für jede Situation im Leben gibt es eine Lösung!!!

Oftmals reicht schon ein kleiner Impuls von außen, um auch die schlimmste Situation wieder in den Griff zu bekommen. In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn Sie Jemanden finden, der Ihnen hilft, eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen, der Ihnen hilft, Ihre Last eine Weile zu tragen oder Jemand, der einen guten Tipp für Sie hat. Ich will damit Folgendes sagen: „Geben Sie sich und Ihren Lieben noch eine Chance!!!“ Es gibt in jeder Stadt Kriseninterventionseinrichtungen. Rufen Sie dort doch einfach mal an oder gehen Sie dort vorbei. Holen Sie sich Hilfe für Ihre schwere Situation, denn der von Ihnen geplante Schritt ist endgültig für Sie und Ihre Lieben. Glauben Sie mir, Sie werden von viel mehr Menschen gemocht als Sie glauben.

Ich kenne persönlich eine Familie, in der sich eine Mutter von drei Kindern das Leben genommen hat. Die gesamte Familie ist daran zerbrochen. Der älteste Sohn hat sich nach einer langjährigen Drogenkarriere selbst das Leben genommen. Die beiden anderen Kindern sind nach über 35 Jahren noch immer in therapeutischer Behandlung und kommen nicht richtig mit ihrem Leben zurecht.

Überlegen Sie sich gut, ob Sie diesen letzten endgültigen Schritt wirklich gehen wollen. Sie bedeuten Ihrem Umfeld oft viel mehr als Sie im Moment vermuten.

Sie sind ein wirklich liebenswerter und wertvoller Mensch, auch wenn Sie dies zur Zeit nicht sehen und glauben können.

Holen Sie sich Hilfe!!!

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